Loft

Alexander von Schlippenbach Trio

Seit über 45 Jahre besteht dieses Trio und seit vielen Jahren findet dessen „Winterreise“ statt – diesmal wieder mit einem Konzert im Loft.

Zu Religion gehört auch das Ketzertum. Der Vorwurf, ein Ketzer zu sein, wird oft bewusst in Kauf genommen, um künstlerische Entwicklungen voranzutreiben und das alte Establishment anzugreifen. Das 1972 gegründete Schlippenbach-Trio mußte sich den Vorwurf des Ketzertums lange anhören, da seine Musiker mitverantwortlich waren für eine musikalisch-spirituelle Revolution, die ab Mitte der 60er Jahre die Katechismen des Jazz für ungültig erklärte und den Free Jazz auf die Kanzel hob. Im festen Glauben daran, irgendwann zum Kanon des Jazz zu gehören, bekämpfte das Schlippenbach-Trio festgefahrene Glaubensgrundsätze, revolutionierte die Aufführungspraxis und forderte anstelle des Schöpfergeistes mehr Forschergeist. Das Schlippenbach-Trio hat den europäischen Jazz geprägt und es ist eines der langlebigsten Kollektive der Improvisierten Musik.
Vinko Globokar hat einmal gesagt, beim freien Improvisieren interessiere ihn nur die erste Begegnung zwischen Musikern. Schon beim zweiten Zusammenspiel sei der Improvisationsprozeß nicht mehr frei und offen, sondern durch die gemeinsamen Spielerfahrungen belastet und eingeschränkt. Schlippenbach ist da anderer Ansicht: „Es bilden sich Klischees heraus, gewisse Dinge, die von der Erwartung her eintreffen mögen; man stellt sich darauf ein, und die Musik bekommt eine bestimmte Richtung. Wenn man es aber fertig bringt, durch solche Phasen hindurchzugehen, und sich kritisch genug damit auseinandersetzt, dann kann man einen Schritt weiterkommen. Und dann kriegt die Musik plötzlich einen festen Boden unter den Füßen, der ihr sonst erstmal fehlt.“ Soweit Schlippenbach im Gespräch mit Peter Niklas Wilson.

Paul Lovens wird bei den Konzerten der Winterreise durch Paul Lytton vertreten.

Besetzung

  • Alexander von Schlippenbach Piano
  • Evan Parker Saxophon
  • Paul Lytton Schlagzeug