Spielstättenprogrammpreis NRW für das LOFT

 

Mit der Höchstsumme von 25.000 Euro wurde der Verein 2nd Floor des Kölner Loft mit der Spielstättenprogrammprämie des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die insgesamt mit 140.000 Euro dotierten Prämien werden jährlich vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und dem Landesmusikrat NRW für herausragende Programme von Spielstätten des Jazz und des avancierten Pop/Rock in Nordrhein-Westfalen vergeben. Besonders in Pandemie-Zeiten kommt den Auszeichnungen über die finanzielle Unterstützung von Spielstätten, Clubs und sonstigen Live-Bühnen hinaus zusätzlich ein wichtiges kulturpolitisches Signal zu.

Entsprechend dankte Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatsekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, den freien Spielstätten dafür, dass sie auf die derzeitigen Herausforderungen mutig und kreativ mit neuen Präsentationsmöglichkeiten eingegangen seien. Der Verlust an kulturellem Leben sei nur schwer aufzufangen, insbesondere für freie Musikerinnen und Musiker in Jazz, Pop, Elektronik und verwandten Bereichen, die nicht vor einem Massenpublikum spielen, sei es äußerst schwierig, Auftrittsorte zu finden. Kaiser: „Die Entwicklungen, deren Ende noch nicht abzusehen sind, werden auf Dauer Kompetenz, Spielfreude und kulturelles Wissen gefährden, wenn wir nicht gegenhalten und der Musik immer wieder Platz, Raum und Gehör verschaffen.“

Auch Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats NRW, würdigte die freien Spielstätten, die mit alternativen Präsentationskonzepten am Rande des Leistbaren den Konzertbetrieb weitestmöglich lebendig weitergestaltet hätten. Damit komme ihnen eine zusätzliche Bedeutung zu, nachdem sie mit den Prämien bislang vorrangig darin bestärkt werden sollten, sich für Nachwuchs-Bands zu engagieren und ihnen Bühnenerfahrung zu ermöglichen.Das Loft in Ehrenfeld gehörte zu den ersten Veranstaltern, die aus der anfänglichen Corona-Notlösung, Konzerte ohne Publikum live im Internet zu streamen, ein qualitativ eigenständiges Musikformat mit optisch wie klanglich unverwechselbarer Identität entwickelten. Der 2003 gegründete Verein 2nd Floor des Loft habe, so Knoll, seit Beginn der Pandemie seine Veranstaltungstätigkeit aufrechterhalten und der improvisierten Musik Publikumswirksamkeit verschafft, dabei seine Streaming-Erfahrungen stetig weiterentwickelt und die visuelle Qualität gesteigert.

Insgesamt wurden am 14.1. im Rahmen eines digitalen Festaktes im Loft 13 Spielstättenprogrammprämien vergeben. Neben dem Loft wurden der Bunker Ulmenwall in Bielefeld und das Loch in Wuppertal (je 20.000 Euro), die Black Box in Münster und das Domicil in Dortmund (je 15.000 Euro) sowie die Jazzschmiede in Düsseldorf (10.000 Euro) ausgezeichnet. Jeweils 5.000 Euro erhielten das Gdanska, Oberhausen, die Jazz Initiative, Dinslaken, die In Situ Art Society, Bonn, das Ort, Wuppertal, und die GZM in der Klangbrücke, Aachen, der Jazzkeller in Krefeld und das Café Steinbruch in Duisburg.

Text: Horst Peter Koll